Gemeinsam konsequente Schritte für mehr Tierwohl

UNSERE VERANTWORTUNG FÜR DEN NACHHALTIGEN EINKAUF TIERISCHER ERZEUGNISSE

Zahlreiche Eigenmarkenprodukte in unserem Sortiment enthalten Rohstoffe tierischer Herkunft. Deren Produktion ist an hohe gesellschaftliche Erwartungen hinsichtlich Tierwohl geknüpft. Wir bei Lidl erkennen an, dass Nutztiere empfindungsfähige Wesen sind und setzen uns für die kontinuierliche Verbesserung ihrer Gesundheit und ihres Wohlergehens ein. Bei der Definition der Handlungsfelder und Maßnahmen orientieren wir uns an den »Fünf Maßnahmen und Tierschutzzielen« (»Five Provisions and Animal Welfare Aims«) von David J. Mellor, Professor am Animal Welfare Science and Bioethics Centre in Neuseeland: gute Ernährung, gute Haltungsumwelt, gute Gesundheit, angemessene Verhaltensinteraktionen und positive mentale Erfahrungen. Diese fünf Maßnahmen und Tierschutzziele bilden einen zukunftsweisenden Rahmen, da sie Entwicklungen und Forschungsergebnisse optimal integrieren können und Lidl dabei helfen werden, Tierschutzziele einzufordern, umzusetzen und zu erreichen. Somit leisten wir einen Beitrag zu unseren strategischen Fokusthemen „Fair Handeln“ und „Dialog führen“. Dabei berücksichtigt Lidl Aspekte rund um gesundheitsfördernde Haltungsbedingungen, wie Zugang zu Weide- oder Außenflächen sowie Vorgaben zu Transport- und Schlachtbedingungen. Ein hoher Tierwohlstandard trägt nicht nur zum Wohlbefinden der Tiere bei, sondern auch zur Qualität unserer Produkte, die aus tierischer Produktion stammen.

Tierwohlstandards

Wir engagieren uns für eine Erhöhung der nationalen Tierwohlstandards, fördern Haltungsbedingungen über die gesetzlichen Standards hinaus und setzen uns mit unseren Lieferanten für konkrete Verbesserungen ein. Dieses Bekenntnis spiegelt sich in unserem Engagement in verschiedenen Initiativen und Branchenstandards wider (z.B. ITW, QM-Milch). Um unseren Kunden eine bewusste Kaufentscheidung zu ermöglichen, weisen wir bei Frischfleisch, Eiern und Trinkmilch konsequent die Haltungsform auf allen Produkten aus. So wollen wir langfristig einen Beitrag dazu leisten, den Tierschutz und das Tierwohl in der gesamten Branche anzuheben.

Durch den konstruktiven Dialog mit relevanten Stakeholdern versuchen wir die nationalen Tierwohlstandards stetig weiterzuentwickeln. So stehen wir in regelmäßigem Kontakt zu relevanten NGOs und Lieferanten, um übergeordnete Lösungen zu finden, die breitenwirksam werden können. Zum Beispiel arbeiten wir mit der Gesellschaft zur Förderung der Nutztierhaltung, dem Träger der Initiative Tierwohl; dem QM-Milch e.V. oder dem Deutschen Tierschutzbund, um flächendeckende Verbesserungen für das Tierwohl zu erreichen.

Bioland

Der Bioland e.V. ist der größte Bio-Anbauverband in Deutschland und Südtirol. Mehr als 8.700 Bioland-Landwirte, -Winzer und –Imker sowie über 1.400 Partner aus Gastronomie, Herstellung und Handel arbeiten nach den sieben Bioland-Prinzipien. Diese sind das Leitbild aller Bioländer*innen und garantieren eine Wirtschaftsweise, die Rücksicht nimmt auf Umwelt, Klima, Tiere und damit auf die Lebensgrundlagen des Menschen. Die Bioland Richtlinien für Anbau, Tierhaltung und Verarbeitung stellen sicher, dass die Prinzipien langfristig umgesetzt werden. Die Einhaltung der Richtlinien wird mindestens einmal jährlich von staatlich anerkannten, unabhängigen Kontrollstellen überprüft. Neben der steten Weiterentwicklung und Verbreitung des organisch biologischen Landbaus setzt sich Bioland politisch für die Interessen seiner Mitglieder und der gesamten Bio-Branche auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene ein. Das übergeordnete Ziel ist hierbei, auf Rahmenbedingungen hinzuwirken, die für einen vollständigen Umbau der Land- und Lebensmittelwirtschaft benötigt werden. Hierfür steht die Marke Bioland.

Das EU-Bio-Logo

Das EU-Bio-Logo ist seit dem 01. Juli 2012 auf vorverpackten Bio-Lebensmitteln verbindlich. Es gilt für alle vorverpackten ökologisch erzeugten Lebensmittel, die in einem EU-Mitgliedsstaat hergestellt werden und die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erfüllen. Kriterien sind zum Beispiel, dass die Lebensmittel frei von gentechnisch veränderten Organismen (GVO), Geschmacksverstärkern, künstlichen Aromen und Farbstoffen sind. Es dürfen weder synthetische Pflanzenschutzmittel noch leicht lösliche mineralische Dünger eingesetzt werden, wodurch Boden, Wasser und Luft geschützt werden sowie die Artenvielfalt des EU-Bio-Siegels. Ziel des Logos ist es, dass Verbraucher zertifizierte Bio-Produkte einfacher und schneller erkennen können. Neben dem Logo finden Sie außerdem die Codenummer der jeweiligen Öko-Kontrollstelle sowie die Herkunftsangabe. Das EU-Bio-Logo ist europaweit geschützt.

Das deutsche Bio-Logo

Das deutsche Bio-Siegel wurde im September 2001 eingeführt. Es ist das staatliche Logo für Bio-Erzeugnisse. Mit dem Bio-Siegel können lebende oder unverarbeitete Erzeugnisse aus Landwirtschaft oder Aquakultur sowie verarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse und solche aus Aquakultur, die zur Verwendung als Lebensmittel oder Futtermittel bestimmt sind, gekennzeichnet werden. Seit der 2012 verpflichtenden Kennzeichnung mit dem EU-Bio-Logo können Hersteller ihre Bio-Waren freiwillig zusätzlich mit dem deutschen Bio-Siegel kennzeichnen.

5xD – Frischfleisch & Wurstwaren aus deutscher Produktion

Als zuverlässiger Partner der heimischen Landwirtschaft hat Lidl die Lieferkette für nahezu sein gesamtes Wurst- und Frischfleischsortiment auf „5xD“ umgestellt. Ab sofort bieten wir in allen über 3.200 Filialen unter der Eigenmarke „Metzgerfrisch“ Wurstwaren sowie Schweine-, Rind- und Geflügelfrischfleisch an, bei dem die Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung in Deutschland erfolgt. Damit stärkt das Unternehmen die Vermarktung von deutschen Erzeugnissen und kommt dem Kundenwunsch nach heimischen Produkten nach. Die Umstellung auf eine komplett heimische Produktion ist gleichzeitig ein klares Bekenntnis von Lidl zur Deutschen Landwirtschaft und zu regionalen Produkten.

Faire Haltung

Mit dem Label „Faire Haltung -  Zum Wohle der Tiere“ werden Produkte gekennzeichnet, die unter Beachtung höchster Tierwohl- und Umweltstandards erzeugt wurden. Dabei orientiert sich das „Faire Haltung“-Label an den Kriterien der Haltungsform Stufe 3.

Landwirtschaftsbetriebe, welche die Anforderungen der Haltungsformstufe 3 erfüllen, gehen weit über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus. Landwirtschaftsbetriebe, welche die Anforderungen der Haltungsformstufe 3 erfüllen, gehen weit über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus und leisten damit einen deutlichen Beitrag zu höheren Tierwohlstandards und einer insgesamt nachhaltigeren Nutztierhaltung. Das Label „Faire Haltung- Zum Wohl der Tiere“ geht hier sogar noch einen Schritt weiter und erfüllt zum Teil darüberliegende Haltungsstandards.

Haltungsform

Anfang Februar 2018 hat Lidl als erster Händler mit dem Lidl-Haltungskompass ein verständliches 4-Stufen-Modell eingeführt. Um den Verbrauchern insgesamt mehr Transparenz und Einheitlichkeit bei der Kennzeichnung anzubieten, haben Lidl und weitere Lebensmitteleinzelhändler im Rahmen des Branchenbündnisses Initiative Tierwohl die bestehenden Haltungskennzeichnungen im Markt durch die unternehmensübergreifende Haltungs-form vereinheitlicht. Mit dieser Haltungsform kennzeichnet Lidl seit April 2019 alle Frischfleischprodukte.  Wie zuvor der Lidl-Haltungskompass zeigt das vierstufige System, wie die Tiere gehalten wurden. Durch diese Kennzeichnung werden Kunden unterstützt, eine bewusste Kaufentscheidung für eine tierwohlgerechtere Haltung zu treffen.

Initiative Tierwohl

Die Initiative Tierwohl startete 2015. Unternehmen und Verbände aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel setzen sich mit der Initiative gemeinsam dafür ein, dass Fleisch tiergerechter und nachhaltiger erzeugt wird. Ziel ist es, das Tierwohl in der Nutztierhaltung in Deutschland Schritt für Schritt auszubauen, so dass so viele Tierhalter wie möglich sich der Initiative anschließen. Dazu wurden Tierwohlkriterien erarbeitet, die die teilnehmenden Schweine- und Geflügelhalter umsetzen und für die sie eine Förderung erhalten. Unabhängige Zertifizierungsstellen überprüfen mehrmals im Jahr die Einhaltung der Kriterien.

Deutscher Tierschutzbund

Das Label „Für Mehr Tierschutz“ wird vom Deutschen Tierschutzbund vergeben. Es kennzeichnet Produkte tierischen Ursprungs, welche unter Standards erzeugt wurden, die für die Tiere einen wirklichen Mehrwert an Tierschutz sicherstellen. Tiere in der Landwirtschaft sollen sich artspezifisch verhalten und ihren Bedürfnissen bezüglich der Haltungsumgebung nachgehen können. Die gesetzlichen Vorgaben gewährleisten dies bisher nicht. Das zweistufige Label gilt für Produkte von Masthühner, Legehennen, Milchkühe und Schweine. Beiden Stufen liegen jeweils verbindliche Anforderungen an die Tierhaltung, den Tiertransport und die Schlachtung zugrunde. Mit einem größeren Platzangebot, Strukturen und Beschäftigungsmöglichkeiten bietet der Einstiegsstandard einen ersten eindeutigen Mehrwert für die Tiere. Der Premiumstandard entspricht mit einem noch höheren Platzangebot bzw. Außenklimabereichen oder Auslaufmöglichkeiten den Anforderungen an eine tiergerechte Haltung.

Pro Weideland- Deutsche Weidecharta-Label

Grundlage für das Siegel ist ein Projekt, das vom Land Niedersachsen gefördert wurde und aus dem die Pro Weideland Chartagemeinschaft hervorging. Mehr als 30 Organisationen aus Landwirtschaft, Wirtschaft, Umwelt-, Natur-, Verbraucher- und Tierschutz setzen sich dafür ein, die Weidehaltung zu fördern. So sollen z.B. Milchkühe an mehr als 120 Tagen im Jahr für mindestens 6 Stunden täglich auf der Weide stehen und ausschließlich gentechnikfreies Futter erhalten. Höfe und Molkereien werden regelmäßig und unabhängig kontrolliert. Eigentümer und Lizenzgeber ist das Grünlandzentrum in Niedersachsen.

Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung e. V. (KAT)

Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e. V. (KAT) wurde 1995 gegründet. KAT steht für eine umfassende Rückverfolgbarkeit und Herkunftssicherung von Eiern aus alternativen Hennenhaltungssystemen in Deutschland und benachbarten EU-Ländern. Die KAT-Kriterien berücksichtigen die Bestimmungen der deutschen Hennenhaltungsverordnung sowie Aspekte des Tierschutzes. Sämtliche KAT-Mitgliedsbetriebe, vom Futtermittelwerk bis zum Vertrieb, sind in das Kontrollsystem eingebunden.

Das QS-Prüfzeichen

Das QS- Prüfzeichen steht für eine transparente und sichere Lebensmittelproduktion. Dahinter verbirgt sich ein Qualitätssicherungssystem für frische Lebensmittel wie Fleisch- und Wurstwaren oder Obst und Gemüse. Das QS- Prüfsystem umfasst alle Stufen der Lebensmittelkette von der Herstellung bis zur Vermarktung. Die teilnehmenden Betriebe müssen strenge Anforderungen erfüllen, z.B. bei Hygiene und Rückverfolgbarkeit. Regelmäßige unabhängige Kontrollen stellen sicher, dass die Kriterien eingehalten werden.

QM Milch e.V.

QM Milch e.V. wurde im Jahr 2011 gegründet. Heutige Trägerverbände sind der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Raiffeisenverband, der Bundesverband Lebensmitteleinzelhandel sowie der Milchindustrieverband. Ziel ist es bundesweit einheitliche Standards für Milcherzeugerbetriebe und Molkereien zu definieren. Der Basisstandard ist der Haltungsformstufe 1 zuzuordnen. QM+ kann Haltungsstufe 2 und QM++ der Haltungsstufe 3 zugeordnet werden.

Das ASC Siegel

Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) wurde 2010 gegründet und ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation. Ziel ist es, die Fischzucht global nachhaltiger zu gestalten. Das Siegel kennzeichnet Fisch und Meeresfrüchte von Züchtern, die nachweislich die Umwelt schonen und für gute Arbeitsbedingungen sorgen. Die Produkte lassen sich transparent und lückenlos bis zum Urprungsbetrieb rückverfolgen. So wissen Verbraucher beim Kauf von Fisch und Meeresfrüchten jederzeit, wo die Produkte herkommen und wie sie hergestellt wurden.

Das MSC-Siegel

Der Marine Stewardship Council (MSC) ist eine internationale gemeinnützige und unabhängige Organisation. Ihr Ziel ist es, der weltweiten Überfischung zu stoppen und die globale Fischindustrie nachhaltig zu gestalten. Das MSC-Siegel stellt sicher, dass nur Bestände befischt werden, die nicht überfischt sind. Fanggeräte sollen verantwortungsvoll eingesetzt, Auswirkungen auf das Ökosystem sowie der Beifang minimiert werden. So bleibt der Lebensraum der Fische und anderer Meeresbewohner für künftige Generationen erhalten.

Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG)

Das Label „Ohne GenTechnik“ wurde 2009 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eingeführt. Lebensmittel, die damit gekennzeichnet sind, müssen hohe Anforderungen erfüllen und dürfen keine gentechnisch veränderten Bestandteile haben. Das Label wird vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e. V. (VLOG) vergeben. Es kann für alle Lebensmittel pflanzlicher oder tierischer Herkunft verwendet werden, bei denen Gentechnik eingesetzt werden könnte oder Verbraucher von einem Einsatz ausgehen.

Trägerverein „Regionalfenster e.V.“

Das Regionalfenster für Lebensmittel, Blumen und Zierpflanzen gibt seit 2014 Auskunft darüber, woher die Zutaten eines Produktes stammen und wo sie verarbeitet wurden. Bei zusammengesetzten Produkten wird zusätzlich der regionale Rohstoffanteil angegeben. Das Label kommt dem gestiegenen Wunsch der Verbraucher nach regionalen Produkten nach. Bisher wurden mehr als 5.450 Produkte für die Regionalfensterkennzeichnung registriert, überwiegend in den Bereichen Obst und Gemüse, Fleisch und Wurstwaren sowie Milch und Molkereiprodukte. Unabhängige Kontrollen stellen sicher, dass die Angaben korrekt sind.

Bayerisches Bio-Siegel (BBS)

Der Freistaat Bayern zeichnet mit dem Bayerischen Bio-Siegel Produkte aus, deren Herkunft nicht nur aus Bayern gesichert ist, sondern die zudem auch unter strengen Öko-Richtlinien produziert wurden. Dabei müssen die Herkunftsbetriebe der Rohstoffe sowie die verarbeitenden Betriebe Standards einhalten, die sich an vier Öko-Anbauverbänden orientieren (Bioland, Biokreis, Demeter und Naturland) und deutlich über der EU-Öko-Verordnung liegen. Wie auch bei Geprüfte Qualität Bayern wird durch ein mehrstufiges Kontrollsystem die Einhaltung der Vorgaben gesichert.

Ein gutes Stück Bayern

Mit unserer Eigenmarke „Ein gutes Stück Bayern“ hat Lidl ein Konzept geschaffen, dass es uns in Bayern ermöglicht, dem Verbraucherwunsch nach regionalen Produkten zu entsprechen. Unsere Produkte wie z.B. Milch und Erzeugnisse auf Milchbasis, Fleisch und Eier werden regional erzeugt. Sie sind teilweise durch das staatliche Herkunftssicherungsprogramm „Geprüfte Qualität Bayern“ zertifiziert oder auch mit dem „Regionalfenster“ ausgezeichnet.

Geprüfte Qualität Bayern

Das Siegel steht für das Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramm des Freistaates Bayern. Damit spezifische Qualitätskriterien und die bayrische Herkunft über die gesamte Lebensmittelkette eingehalten werden, wird stufenübergreifend kontrolliert, und zwar gleich dreifach: durch unabhängige Zertifizierungsstellen, unter staatlicher Aufsicht und durch die Selbstkontrolle der teilnehmenden Betriebe. Dabei werden an die Produktqualität Anforderungen gestellt, die über dem gesetzlichen Standard liegen. Auch Produktion und Verarbeitung unterliegen strengen Auflagen.

Fur Free Retailer

Das Programm Fur Free Retailer (pelzfreier Einzelhändler) entstand auf Initiative der Fur Free Alliance, in der sich international führende Tier- und Umweltschutzverbände zusammengeschlossen haben. Die Allianz setzt sich weltweit dafür ein, dass keine Pelztiere mehr gezüchtet und getötet werden. In Deutschland vertritt VIER PFOTEN-Stiftung für den Tierschutz das Programm. Die Initiative weist Einzelhändler aus, die sich schriftlich dazu verpflichtet haben, keinen Echtpelz mehr zu verkaufen.

 

Aus Lidl-Haltungskompass wurde Haltungsform

Anfang Februar 2018 hat Lidl als erster Händler mit dem Lidl-Haltungskompass ein verständliches 4-Stufen-Modell eingeführt, das den Kunden auf einen Blick vermittelt, nach welchen Kriterien das Tier gehalten wurde. Weitere Marktteilnehmer sind diesem Beispiel gefolgt und haben ebenfalls eine sehr ähnliche Haltungskennzeichnung eingeführt. Um den Verbrauchern insgesamt mehr Transparenz und Einheitlichkeit bei der Kennzeichnung anzubieten, haben Lidl und weitere Lebensmitteleinzelhändler im Rahmen des Branchenbündnis „Initiative Tierwohl“ die bestehenden Haltungskennzeichnungen im Markt durch die unternehmensübergreifende „Haltungsform“ vereinheitlicht.

Kein Tierwohllabel
Mit der „Haltungsform“ kennzeichnet Lidl seit April 2019 alle Frischfleischprodukte. Wie zuvor der Lidl-Haltungskompass ist das vierstufige System kein Tierwohllabel, sondern zeigt den Kunden, wie die Tiere gehalten wurden. Die „Haltungsform“ ist gut sichtbar auf der Oberseite jeder Schweine-, Rind-, Puten- und Hähnchenfrischfleischverpackung angebracht. Dadurch werden Kunden unterstützt, eine bewusste Kaufentscheidung für eine tierwohlgerechtere Haltung zu treffen. Gekennzeichnet ist ausschließlich deutsche Rohware und damit alle Frischfleischprodukte der Lidl-Eigenmarke. Temporär verfügbare internationale Spezialitäten sind aktuell von der Kennzeichnung ausgenommen.

Preisgestaltung
Die Preisgestaltung ist unabhängig von der Umstellung auf die Haltungsform. Naturgemäß kosten Bio-Artikel infolge der höheren Produktionskosten mehr als konventionelle Ware. Auch Produkte in der Stufe 3 „Außenklima“, die mehr Platz und Zugang zu frischer Luft in der Tierhaltung erfordert, liegen preislich höher als in den Stufen 1 und 2.

Haltungsform Stufe 1

Stallhaltung

Entspricht den gesetzlichen Bedingungen.

Haltungsform Stufe 2

Stallhaltung Plus

Gewährt Tieren mehr Platz sowie Beschäftigungsmaterial. Das gekennzeichnete Fleisch stammt nachweislich aus Betrieben, die diese Zusatzkriterien erfüllen.

Stufe 3

Außenklima

Gewährt Tieren zusätzlich mehr Platz. Die Tiere werden gentechnikfrei gefüttert und haben Zugang zu Außenklimabereichen.

Stufe 4

Premium

Entspricht den gesetzlichen Bestimmungen für Bio-Fleisch.

Unsere Ziele für mehr Tierwohl

Wir wollen den Tierschutz in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung nachhaltig verbessern. Dafür setzen wir uns ambitionierte Ziele.

Seit 2019

haben wir in Deutschlandeine Haltungsform-Kennzeichnung bei frischem Geflügel und Fleisch sowie Trinkmilch auf der Verpackung eingeführt.

Bis 2025

schaffen wir ein größeres Angebot an tierischen Produkten mit höheren Tierwohlstandards in allen Ländern. Ab dann wird die Haltungsformstufe 2 der Lidl-Mindeststandard.

Bis 2025

bieten mindestens zehn Prozent des Festsortiments als Bio- bzw. Bioland-Lebensmittel an, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern.

Seit 2016

sind unsere Frischeier, verarbeiteten Eier und eihaltigen Lebensmittel zu 100 % auf Eier umgestellt, die mindestens aus Bodenhaltung stammen. Seit Anfang 2022 werden alle Schaleneier (inkl. Gekochte Eier) ohne Kükentöten erzeugt.

Bis 2026

stammen mindestens 33% des Frischfleisches von Masthühnern und Puten aus den Haltungsformstufen 3 und 4. Bereits heute ist das Frischfleisch dieser Warengruppen mindestens auf Haltungsformstufe 2 umgestellt.

Bis Ende 2024

haben wir die Haltungsformstufe 3 als Mindeststandard bei der Trinkmilch und bei Frischfleisch von Rindern etabiliert..

Bis 2026

stammen mindestens 33 % des Frischfleischsortiments von Schweinen aus den Haltungsformstufen 3 und 4. Bereits heute ist das Frischfleisch dieser Warengruppen mindestens auf Haltungsformstufe 2 umgestellt.

Unsere Maßnahmen für mehr Tierwohl

Das Wohlergehen von Nutztieren ist ein wichtiger Bestandteil unserer internationalen CSR Strategie. Als Mittler zwischen den uns beliefernden Unternehmen sowie Verbrauchern können wir im Lebensmittel-einzelhandel zu Verbesserungen beitragen. Auf Seite unserer Kunden zielen unsere Maßnahmen außerdem darauf ab, Transparenz zu schaffen und sie für Tierwohlfragen zu sensibilisieren. Besonders über die Sortimentsgestaltung können wir dazu beitragen, den Bezug tierischer Produkte nachhaltiger zu gestalten.

Weiterentwicklung von Standards

Lidl engagiert sich für die Weiterentwicklung von Tierschutzstandards und Zertifizierungssystemen, z. B. in Deutschland in der Initiative Tierwohl oder dem QM-Milch e.V.

Einsatz von Antibiotika

Wir verpflichten unsere Lieferanten zu einem restriktiven Einsatz von Antibiotika. Der präventive Einsatz von Antibiotika ist den Lieferanten von Lidl untersagt. Selbstverständlich sind einzelne kranke Tiere zu behandeln, Reserveantibiotika sollen jedoch nur im Therapienotstand eingesetzt werden. Der Einsatz von Wachstumshormonen ist den Lieferanten von Lidl untersagt.

Transport

Der Transport von Tieren soll möglichst kurz sein und muss auf das erforderliche Minimum reduziert werden. Betriebsnahe Schlachthöfe sind zu bevorzugen. Die gesetzlichen Bestimmungen zum Transport von Tieren müssen eingehalten werden. Tiertransporte in Drittstaaten lehnen wir ab.

Betäubung

Die Tiere werden vor der Schlachtung zuverlässig betäubt, so dass die Schlachtung bewusstlos und unter Schmerzausschaltung erfolgt. Die Schlachtung tragender Rinder ohne tierärztliche Indikation stellt ein erhebliches Tierschutzvergehen dar. Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass Rinder auf Trächtigkeit untersucht werden, insbesondere, wenn diese mit Bullen zusammengehalten werden. Wir akzeptieren kein Fleisch von Tieren, die im dritten Trimester der Trächtigkeit ohne entsprechende tierärztliche Indikation geschlachtet wurden. Unabhängig vom Fortschritt der Trächtigkeit wirken wir auf unsere Lieferanten ein, um dieses wichtige tierschutzrelevante Thema im Sinne des Tierschutzes zu lösen.

Wir stellen mit unseren Lieferanten sicher, dass das mit der Schlachtung befasste Personal regelmäßig geschult wird. Hiermit wird gewährleistet, dass die gesetzlichen Vorgaben zur wirksamen Betäubung sichergestellt werden.

Einsatz von Affen bei der Kokosnussernte

Lidl verzichtet bei der Ernte von Kokosnuss auf den Einsatz von Affen in der Lieferkette.

Veganes Sortiment

Lidl baut sein veganes Sortiment kontinuierlich aus, um eine größere Auswahl an tierfreien Alternativen anbieten zu können.

Zertifizierungen

Lidl wird zukünftig Labels und Zertifizierungen bei tierischen Produkten stärker nutzen und eine höhere Transparenz und Rückverfolgbarkeit für unsere Kunden gewährleisten.

Transparenz

Wir schaffen Transparenz über den Anteil tierischer Proteinquellen im Vergleich zu pflanzenbasierten Proteinquellen und veröffentlichen die Ergebnisse jährlich ab dem Geschäftsjahr 2023.

WEITERFÜHRENDES ENGAGEMENT