Scenic winding road in forest, suitable for green business concepts, climate responsibility, sustainable investment planning, and eco-conscious corporate messaging.

Klimastrategie

Der Klimawandel stellt eine Bedrohung unserer Lebens- und Geschäftsgrundlagen dar und macht ein Handeln auf allen gesellschaftlichen Ebenen erforderlich. Lidl in Deutschland engagiert sich deshalb mit vielfältigen Maßnahmen für mehr Klimaschutz.

Wir setzen daher auf eine integrierte Strategie, die alle Unternehmensbereiche einbezieht. Neben dem vollständigen Umstieg auf Grünstrom in unseren Filialen, Waren- und Verteilzentren und Investitionen in Photovoltaik, optimieren wir stetig unsere Transportwege. Den größten Einfluss üben wir jedoch über unser Sortiment sowie die enge Einbindung unserer Lieferanten aus. Unser Ziel ist es, unsere Partner nicht nur zu fordern, sondern sie aktiv zu befähigen, durch eigene Klimaschutzziele Teil der Lösung zu werden.

Im Rahmen ihrer gemeinsamen Klimastrategie sind die Unternehmen der Schwarz Gruppe bereits im August 2020 offiziell der Science Based Targets initiative (SBTi) beigetreten. Nach der Erstellung der vollständigen Klimabilanz sowie der Analyse des CO₂-Fußabdrucks wurden nach der Methodik der SBTi gemeinsam spezifische Reduktionsziele definiert und mit konkreten Maßnahmen zur Reduktion und Vermeidung des CO₂-Ausstoßes in Betrieb und Lieferkette hinterlegt. 

Mit vereinten Kräften Emissionen reduzieren

Wir haben folgendes vor: Bis 2034 wollen wir unsere Treibhausgasemissionen in der Land- und Forstwirtschaft sowie der sonstigen Landnutzung um 42,4 Prozent reduzieren (sogenannte „FLAG-Emissionen“). Lidl verpflichtet sich zudem dazu, im gleichen Zeitraum 35 Prozent seiner Emissionen im Bereich Energie und Industrie zu reduzieren (sogenannte „E+I-Emissionen“ oder „Non-FLAG“). Bis 2030 streben wir eine Reduzierung von 28,3 Prozent für die FLAG und 23,3 Prozent für die E+I an. Das Basisjahr ist jeweils 2022.

Im Jahr 2024 hat Lidl in Deutschland 14,5 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen in Scope 3 im Bereich Non-FLAG verursacht. Dies entspricht einem Anteil von 48 Prozent an den Gesamtemissionen. Für den Bereich FLAG lag die Menge bei 15,1 Millionen Tonnen in Scope 3. Dies entspricht einem Anteil von 50 Prozent der Gesamtemissionen. Die restlichen zwei Prozent entfallen auf Scope 1 und 2 Emissionen.  

Food KategorieEmissionen (tCO2e)Emissionen E&I (tCO2e)Emissionen FLAG (tCO2e)
Blumen und Pflanzen76.79113.14363.648
Fleisch & Fisch5.425.3031.145.6584.279.645
Lebensmittel4.219.2641.113.9883.105.276
Molkereiprodukte & Eier5.182.580673.9024.508.678
Near Food1.436.4321.280.56641.196
Obst & Gemüse1.798.680317.4511.481.229
Getränke881.294451.083430.212
Fertiggerichte1.134.471201.851932.620
Gesamtergebnis21.476.5776.391.04715.085.531

Erreichen unserer Ziele

Um unsere Ziele für 2034 zu erreichen, haben wir eine Potenzialanalyse durchgeführt. Die erforderliche CO2e-Reduzierung soll wie folgt erreicht werden:

  • - 26 Prozent über die Verarbeitung: Reduzierung des Energieverbrauches durch Einsatz energiesparender Produktionsmethoden und die Umstellung auf erneuerbare Energie.
  • - 21 Prozent über die Nutzungs- und Abfallphase: Reduzierung von Lebensmittelabfällen und die Optimierung der Haltbarkeit von Produkten. Ein Beispiel ist unsere „Rettertüte“ mit der wir Produkte kurz vor ihrem Verfallsdatum zu einem reduzierten Preis verkaufen, damit sie nicht weggeworfen werden. Zudem haben wir auf einigen Artikeln den Hinweis, „Ich halte länger als man denkt“ aufgebracht, um Food Waste beim Kunden zu reduzieren.  
  • - 21 Prozent durch Sortimentsentwicklung: Indem wir mehr Produkte mit einem geringen CO₂-Fußabdruck anbieten, wie etwa pflanzliche Alternativen, machen wir große Fortschritte. Die Proteinumstellung ist ein gutes Beispiel dafür. Wir entwickeln unser veganes Sortiment ständig weiter, verfolgen eine Politik der Preisparität bei pflanzlichen (Grund-)Lebensmitteln und testen auch Hybridprodukte (Pflanzlich & tierische Proteine in einem Produkt).  
  • - 9 Prozent durch Transport und Verpackung: Wir verwenden mehr recyceltes Verpackungsmaterial, minimieren das Verpackungsgewicht und verbessern die Recyclingfähigkeit.  
  • - 18 Prozent durch Landmanagement: Zum Beispiel durch die Anwendung anderer Anbaumethoden, die weniger Emissionen verursachen. So setzen wir zum Beispiel im Rahmen des Projektes “Ein gutes Stück Bayern” unter anderem auf eine optimierte Fruchtfolge und auf die Umsetzung von Agroforst Maßnahmen.  
  • - 5 Prozent durch Landnutzungsänderung: Diese Verringerung erreichen wir, indem wir unsere Verpflichtung zur Entwaldung und Landumwandlung einhalten. 

Diese Potenzialanalyse wurde auch auf lange Sicht durchgeführt. Für die Reduktion, die erforderlich wäre, um ein Netto-Null-Ziel im Jahr 2050 zu erreichen, müssen zusätzliche Schritte in den folgenden Kategorien unternommen werden:

  • - 7 Prozent über die Verarbeitung: Zum Beispiel durch die Umstellung auf erneuerbare Energien bei Produktionsprozessen in Lieferketten.  
  • - 16 Prozent über die Nutzungs- und Abfallphase: Zum Beispiel durch die Reduzierung von Lebensmittelabfällen, aber auch durch einen geringen Energieverbrauch der Produkte (Elektrogeräte)
  • - 8 Prozent über Landnutzungsänderungen: Wir verhindern Abholzung und Landumwandlung in den Lieferketten unserer Produkte.
  • - 17 Prozent durch Landmanagement: durch die Förderung regenerativer Landwirtschaft und verbesserter Anbaumethoden.
  • - 16 Prozent über Non-Food: Wir werden mehr mit unseren Non-Food-Lieferanten zusammenarbeiten müssen. Durch die Umstellung auf zirkuläre Geschäftsmodelle wie Leasing können CO2e-Reduktion erzielt werden.
  • - 11 Prozent durch Verpackung und Transport: Verwendung von recyceltem Verpackungsmaterial und elektrischem Transport.
  • - 28 Prozent über Sortiment und Konsum: Mehr Produkte auf pflanzlicher Basis und Änderung des Kundenverhaltens. 
Team of multiracial industrial workers in safety helmets controlling process of green energy production on farm with wind turbines. Four colleagues using blueprints and tablet outdoors.

Zusammenarbeit mit Partnern und Lieferanten weiter ausbauen

Der Lebensmitteleinzelhändler hat seine größten Lieferanten, die für 75 Prozent der produktbezogenen Scope 3-Emissionen verantwortlich sind, zu Reduktionszielen bis 2026 gemäß der Science Based Targets Initiative (SBTi) verpflichtet. Lidl selbst ist bereits 2020 der Science Based Targets Initiative beigetreten, um dazu beizutragen, das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens einzuhalten.

SBTi ist eine weltweite Initiative, die Unternehmen dabei unterstützt, sich wissenschaftsbasierte Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu setzen, die im Einklang mit den neuesten Erkenntnissen der Klimawissenschaft stehen. Lidl unterstützt und befähigt seine Lieferanten durch geeignete Maßnahmen, diese Ziele zu erreichen. Auch in Zukunft wird Lidl die Zusammenarbeit mit Partnern und Lieferanten weiter ausbauen.

Viele Meilensteine der Klimastrategie bereits erreicht

In Deutschland konnte Lidl die betriebsbedingten direkten und indirekten Emissionen seit 2019 bereits um 75,5 Prozent reduzieren. Dazu hat insbesondere die Nutzung erneuerbarer Energien beigetragen: Seit 2020 bezieht Lidl in Deutschland 100 Prozent Grünstrom* in allen Filialen, Warenverteilzentren und der Verwaltung. Darüber hinaus hat Lidl in Deutschland weitere, im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht aufgeführte Maßnahmen auf den Weg gebracht, um produktbezogene Emissionen in der Lieferkette zu reduzieren und Klimaschutz im Sortiment zu verankern. Ein Beispiel dafür sind unsere Aktivitäten im Bereich des energieeffizienten Bauens

Bereits im Jahr 2023 hat Lidl in Deutschland die Preise für nahezu das gesamte Sortiment der veganen Lidl-Eigenmarke „Vemondo“ an vergleichbare Produkte tierischen Ursprungs angepasst. Damit macht der Lebensmitteleinzelhändler einen bewussten und nachhaltigen Konsum nicht nur für alle erschwinglich und leichter zugänglich, sondern treibt auch das Erreichen seiner Klimaziele weiter voran, denn mehr als zwei Drittel der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland gehen auf den Konsum tierischer Produkte zurück. Eine zunehmend pflanzliche Ernährung trägt dementsprechend zu einer Reduktion von Treibhausgasemissionen bei. Für die veganen Fleischersatzprodukte werden weniger Landfläche und Ressourcen verbraucht, weil keine Tierhaltung und somit auch kein Tierfutter nötig sind. Das Soja für „Vemondo“ kommt seit dem Jahr 2022 zu 100 Prozent aus regionalem beziehungsweise europäischem Ursprung.

Als Unterzeichner des Pakts gegen Lebensmittelverschwendung hat sich Lidl in Deutschland das Ziel gesetzt, die Verluste im Vergleich zu 2018 bis 2025 um 30 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren.  

Seit 2023 verzichtet Lidl in Deutschland vollständig auf den Import von Obst und Gemüse per Flugzeug, um Emissionen im Transport zu reduzieren.

* Ausgenommen Bezugsverträge, die durch Lidl nicht beeinflussbar sind, wie z. B. bei vereinzelten Mietobjekten mit Strombezugsbindung.