Windräder und PV-Anlage im Sonnenschein

Gestaltung der Energiewende mit WindNODE

Lidl gestaltet die Energiewende aktiv mit

Da Strom aus Wind und Sonne unregelmäßig und unterschiedlich intensiv zur Verfügung steht, kommt es zu sogenannten Lastspitzen. Diese Lastspitzen können von den Stromnetzen nicht aufgenommen werden, was dazu führt, dass der Strom aus erneuerbaren Energien ungenutzt bleibt. Lidl hat im Rahmen des Projekts WindNODE erforscht, ob und wie die eigenen Energieverbräuche zeitlich so verschoben werden können, um überschüssigen und damit auch billigeren Strom aus Solar- und Windkraftanlagen dann zu nutzen, wenn er als Überangebot ins Netz „drückt“ und nicht teurere Mangelware ist, wie etwa an windstillen oder regnerischen Tagen.

Dazu wurden für die Stromverbraucher in den Filialen sogenannte Flexpotenziale, also Stromspeicher-Kapazitäten errechnet. Als Stromspeicher können dabei Kühltruhen und andere Kühlmöbel, Staplerfahrzeuge oder die Klimasysteme, die über Betonkernaktivierung arbeiten fungieren. Das Flexpotential einer Kühltruhe besteht beispielsweise darin, sie stärker abzukühlen als notwendig, wenn viel erneuerbarer Strom vorhanden ist. Die Energie, die dann verwendet wird, um vom Normalniveau von -24°C auf -30°C abzukühlen, wird in der Kühltruhe als Kälte gespeichert. Die Steuerung von Stromangebot und Energienachfrage für diese Flexpotenziale wird über eine digitale Plattform gesteuert, die auch im Projektrahmen errichtet wurde.

Die technischen Anlagen innerhalb einer Filiale werden zur Identifikation der Speicherkapazität genau energetisch durchleuchtet. Dabei werden Datenblätter, Betriebsparameter und Messwerte unter Berücksichtigung der Wochentage, Jahreszeit und des Wetters untersucht. Die Resultate beschreiben, wie viel elektrische Leistung durch die untersuchte Anlage zu- oder abgeschaltet werden kann, um Flexibilität bereitzustellen.

Im zweiten Schritt wird das sogenannte technische Potenzial gemessen. Hierbei werden die technischen Anlagen im Live-Betrieb auf Flexibilität getestet. Dazu werden eine Tiefkühlzelle und mehrere Kühltruhen in den Filialen mit Messeinrichtungen ausgestattet. Durch Absenken der Temperatur von -24 °C auf -30 °C in verschiedenen Intervallen kann so die Auswirkung auf den Energieverbrauch und die Speicherkapazität untersucht werden. Durch Variation der Intervalle, des Inhalts der Truhen und verschiedene Kühl- und Abtauphasen kann damit die technisch mögliche Flexibilität ermittelt werden.

Auch außerhalb der Filiale bestehen Speichermöglichkeiten. Mit einem Batteriespeicher an der Lidl-Schaufensterfiliale in Berlin Schöneberg wird im Rahmen des WindNODE-Projekts grün erzeugte Energie, ähnlich wie Wasser in einer Zisterne, aufgefangen und gespeichert. Die Idee: Wenn viel erneuerbare Energie vorhanden ist, wird überschüssiger Strom, zum Beispiel beim Laden eines Elektroautos, im Batteriespeicher aufgefangen. Bei wenig verfügbarer Wind- und Sonnenenergie erfolgt die Ladung der Autos aus dem Speicher.