Zeit, dass sich was dreht

Einsatz für mehr Recycling


Für das Kerngeschäft von Lidl, den Handel mit Lebensmitteln, sind Wertstoffe als Transport- und Verpackungsmaterial unverzichtbar. Als einer der großen Inverkehrbringer von Kunststoffverpackungen in Deutschland, übernimmt Lidl als Teil der Schwarz Gruppe Verantwortung für den ressourcenschonenden Umgang mit diesem Material. Ausgehend von der Abteilung „Entsorgungslogistik“ bei Lidl Deutschland wurde 2009 die GreenCycle gegründet, durch deren Expertise bis heute ein umfassendes Wertstoffmanagementsystem etabliert wurde, das im europäischen Handel einzigartig ist. Es umfasst neben dem Einsatz von Verpackungen im Verkauf auch deren Sammlung, Sortierung und Recycling. Wissenschaftlich belegt ist, dass jede Tonne recycelten Kunststoffs aus Verkaufsverpackungen zwischen 1,5 und 3,2 Tonnen CO2 einspart. Diese Erkenntnis spiegelt sich auch in unserer ganzheitlichen, internationalen Plastikstrategie REset Plastic wider, die 2018 von der Schwarz Gruppe ins Leben gerufen wurde. Gemeinsam wird darin die Vision „Weniger Plastik – Geschlossene Kreisläufe“ verfolgt.

Der Wertstoffkreislauf bei Lidl

Ein wichtiger Akteur der Kreislaufwirtschaft in Deutschland

Mit dem Aufbau von PreZero, einem der großen Recycling und Entsorgungsdienstleister in Deutschland, dem Zukauf von Sky Plastics, einem erfahrenen Hersteller von Kunststoff-Regranulat, sowie dem Aufbau des Dualen Systems PreZero Dual ist die Schwarz Gruppe ein wichtiger Akteur in der Kreislaufwirtschaft in Deutschland geworden. Das Ziel ist die Schaffung eines unternehmensweiten Kreislaufs, der wertvolle Ressourcen schont und aus Abfällen Wertstoffe macht.

Plastik recyceln - Klima schützen

Zum Beispiel bietet Lidl seinen Kunden gemeinsam mit PreZero, der Umweltsparte der Schwarz Gruppe, Haushaltswaren aus recyceltem Kunststoffabfällen an. Die Herstellung des Rezyklates für die Wäschewannen, Kleiderbügel oder Aufbewahrungsboxen erfolgt durch PreZero Polymers. Die Recyclingspezialisten mit Sitz in Österreich und Italien verarbeiten vorsortierte Kunststoffabfälle, die sie auch von PreZero Wertstoffmanagement, dem Entsorgungsdienstleister der Schwarz Gruppe erhalten. Das Unternehmen mit Sitz im ostwestfälischen Porta Westfalica ist eines der großen deutschen Entsorgungsunternehmen mit weiteren Standorten in Europa und Nordamerika. Es sammelt und sortiert jährlich rund 465.000 Tonnen Kunststoffabfall aus privaten Haushalten. Damit sammelt es auch einen Teil der Verkaufsverpackungen ein, die Lidl-Kunden erworben, genutzt und anschließend entsorgt haben. Mit der Gestaltung der Haushaltsprodukte aus recycelten Verpackungsabfällen bietet Lidl die Möglichkeit, das wertvolle Plastik ein zweites Mal in anderer Form und Zusammensetzung zu nutzen. Durch die Wiederverwendung des Wertstoffes werden Ressourcen für die Herstellung von neuem Kunststoff geschont und CO₂-Emissionen eingespart. Der Verkauf der Recyclingprodukte steht prototypisch für die Plastikstrategie REset Plastic der Schwarz Gruppe, zu der Lidl gemeinsam mit Kaufland, der Umweltsparte PreZero und den Produktionsbetrieben gehört.

Verpackungen ein zweites Leben schenken. Haushaltswaren aus recyceltem Plastik

Die Strategie zielt einerseits darauf ab, den Kunststoffeinsatz zu reduzieren, und Kreisläufe zu schließen. Die Handelsgruppe hat eine im europäischen Handel einzigartige Infrastruktur geschaffen, um von der Linearwirtschaft in die Kreislaufwirtschaft einzusteigen. Mit der Strategie REset Plastic verbindet die Handelsgruppe eindrücklich ökologische Vorteile mit sinnvollen ökonomischen Weichenstellungen. Die Verwendung von Rezyklat spart die für die Kunststoffproduktion notwendige Ressource Erdöl, im Recyclingprozess fallen signifikant weniger Emissionen an, als bei der Herstellung von Rohware. Die Nutzung wiederaufbereiteter Wertstoffe aus dem eigenen Kreislauf reduziert Abhängigkeiten von externen Markteinflüssen und garantiert Qualität und Zugang zum Material.

 

Ressourcenschonung

Preforms pro Jahr

werden von der Schwarz Produktion hergestellt

Tonnen CO²

werden so pro Jahr eingespart

leere Flaschen

passen auf einen LKW

Tonnen PET-Rohmaterial

wurden seit 2010 eingespart

Die Lidl-Kreislaufflasche

Der Flaschenkreislauf

Wiedersehen mit Saskia

Besonderen Stellenwert unter unseren Maßnahmen zur Plastikreduktion haben die Flaschen unserer Getränkeeigenmarken „Saskia“ und „Freeway“. Schon 2007 haben wir begonnen, kleinere Mengen recyceltes PET-Material  dafür zu verwenden. Seither konnten wir den Anteil durch kontinuierliche Forschung und Entwicklung mit unseren Partnern der MEG (Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke), die mit ihren fünf Getränkewerken zur Schwarz Produktion gehören, deutlich steigern. Durch kontinuierliche Reduzierung des Flaschengewichts konnten zusätzlich Rohstoffe eingespart werden. 

Eine 1,5-Liter-Flasche wiegt heute zwischen 26 und 28 Gramm, was einer Rohstoffersparnis von bis zu 70 Prozent gegenüber herkömmlichen PET-Flaschen entspricht. Mit einem durchschnittlichen Recyclinganteil von über 50 Prozent hat Lidl schon heute doppelt so viel wiederverwertetes PET in seinen Flaschen, wie von der EU bis 2025 gefordert wird. Die grüne 1,5-Liter-Flasche mit stillem Wasser der Eigenmarke „Saskia“ besteht sogar zu 100 Prozent aus recyceltem PET – mit Ausnahme von Deckel und Etikett.

Durch die verschiedenen Maßnahmen zur Plastikreduktion spart Lidl jährlich rund 110.000 Tonnen CO2 ein. Seit 2010 sind durch die Weiterentwicklung der Flaschen und den Aufbau des integrierten Plastikkreislaufs bei Lidl 490.000 Tonnen PET-Neumaterial gar nicht erst entstanden.

Kundeninformationen zu Recycling

Lidl führt im Rahmen der Plastikstrategie REset Plastic sukzessive Trennhinweise auf Eigenmarkenverpackungen ein. Ziel ist es, die Kunden zu motivieren, ihre Verpackungen richtig zu entsorgen und so einen Beitrag zu einem besseren Recycling zu leisten.

Direkt auf der Verpackung geben die Trennhinweise Auskunft über die Materialien, aus denen die einzelnen Verpackungskomponenten bestehen, und erleichtern somit die korrekte Entsorgung. Im Sommer 2020 hatte eine repräsentative Online-Befragung zum Thema Abfalltrennung in Deutschland gezeigt, dass sich über 80 Prozent der Befragten leicht zugängliche Informationen zum Trennen von Verpackungen wünschen - am besten direkt auf dem Produkt. Genau hier setzen die Trennhinweise an.

Die richtige Abfalltrennung erleichtert das Recycling. Richtig getrennt sind zum Beispiel Folien, Schalen und Plastikverpackungen für uns die Wertstoffe von morgen.

Durch Verbraucheraufklärung und Verbandsarbeit will auch das Initiativbündnis Gelbe Tonne (geTon) zur besseren Abfalltrennung beitragen. Lidl unterstützt geTon seit 2019 gemeinsam mit Kaufland und dem Wertstoffmanagementunternehmen der Schwarz Gruppe, PreZero.

Für die Junior Uni in Wuppertal hat die Initiative in kurzen Videos kindgerecht dargestellt, welche Abfälle in welche Tonne gehören.